
Von 2023 bis 2025 unterstützten wir den Widerstand gegen den Bau der Ost“umfahrung“ in Wiener Neustadt (Lichtenwörth). Hier werden mit dem Segen der ÖVP und der FPÖ (niederösterreichische Landesregierung) durch den Straßenbau wertvolle Ackerflächen zubetoniert, (Bio-)Landwirt*innen enteignet und das Natura-2000-Schutzgebiet Fischa-Au zerstört. Für die ohnehin schon verkehrsgeplagten Anwohner*innen bedeutet die Straße hier – ein Projekt aus den 1950er-Jahren! – noch mehr Belastung. Gemeinsam mit lokalen Bürger*inneninitiativen, betroffenen Landwirt*innen und dem Protestcamp „Fisch-Acker“ hatten wir uns deshalb vorgenommen, dieses autozentrierte Betonprojekt ein für allemal zu stoppen!
Im Frühling 2025 startete direkt neben dem besetzten Acker eine SoLawi – eine „solidarische Landwirtschaft‟. Eine SoLawi bringt kleinbäuerliche, kollektiv organisierte Produzent:innen und Konsument:innen in einer solidarischen Gemeinschaft zusammen. Wir zeigen, wie die Äcker einen wertvollen Beitrag zur Nahversorgung von Wiener Neustadt mit Gemüse leisten können.
Wir treten für ein Mobilitätssystem ein, das sozial gerecht und ökologisch zukunftsfähig ist.
Nach den Protesten gegen die 3. Piste am Flughafen Wien-Schwechat und die Lobau-Autobahn war der Widerstand gegen die Ost„Umfahrung“ in Wiener Neustadt das Hauptprojekt der Arbeitsgruppe „Mobilitätswende“ seit Sommer 2023. Die circa 5 km lange und 50 m breite Straße entsteht zwischen Lichtenwörth und Wiener Neustadt und wird durch wertvolle Ackerflächen sowie durch das Natura-2000-Gebiet Fischa-Au führen. Dabei kommt es nicht nur zu Rodungen im Naturschutzgebiet, sondern auch zu einer Versiegelung von 20 Hektar wertvollem Boden. Außerdem kann laut Umweltverträglichkeitsprüfung davon ausgegangen werden, dass das Straßenprojekt zur Erschließung weiterer Gewerbegebiete dient, wodurch weitere 60 Hektar Bodenversiegelung wahrscheinlich sind.
Das Straßenbauprojekt ist ursprünglich in den 1950er-Jahren entstanden, wurde in den 1970er-Jahren konkretisiert, konnte aber seitdem aufgrund von lokalem Widerstand hinausgezögert werden.
Seit November 2023 trug der Widerstand neue Früchte: Ein besetztes Baumhaus in der Fischa-Au sowie ein Protestacker auf dem Grundstück eines Bio-Bauers, der enteignet wurde. Nun gab es Salate, Gemüse und Kartoffeln, die auf Demos und Märkten an die lokale Bevölkerung verteilt werden – inzwischen auch eine Solidarische Landwirtschaft. – Menschen waren herzlich eingeladen mitzugärtnern, um das widerständige Gemüse weiter wachsen zu lassen!
Es wird gebaut
Der ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger und die niederösterreichische ÖVP/FPÖ-Landesregierung unter dem rechtsextremen Verkehrsrat Udo Landbauer ließen das Camp im Herbst 2024 erstmals räumen. Den Landwirt:innen und Grundstückbesitzer:innen, die einen Verkauf verweigerten, droht die Zwangsenteignung. Gemeinsam mit der lokalen Bürger:inneninitiative „Vernunft statt Ostumfahrung“, dem Protestcamp „Fisch-Acker“ sowie vielen anderen Gegner:innen der Ost„Umfahrung“, setzten wir uns aber weiterhin gegen den Bau der zerstörerischen Ost„Umfahrung“ ein.
Im April 2025 setzten wir zuletzt mit einer Aktion widerständiges Gemüse auf Baustellen.
Wer Straßen sät, erntet Verkehr!
Der Verkehrssektor ist für 30 % aller CO2-Emissionen in Österreich verantwortlich, neue Straßen sind weder zukunftsfähig noch führen sie zu Verkehrsentlastung oder erhöhter Mobilität. Statt die geplanten 60 Millionen Euro in weitere Straßen zu investieren braucht es ein sozial gerechtes und ökologisch zukunftsfähiges Mobilitätssystem. Mehr Hintergründe und Informationen findest du in unserem Positionspapier.

Infos zum „Fisch.Acker“ waren hier zu finden.
Wenn du Mitglied der SoLawi werden möchtest, oder an Infos dazu interessiert bist, schreib eine Mail an fischa-garten@protonmail.com oder schau online vorbei: https://fischagarten.jimdosite.com
Dort gibt es auch Infos, wie du für die SoLawi spenden kannst.
Informiere dich über die Bewegung:
https://www.vernunft-statt-ostumfahrung.at/
https://wald-statt-asphalt.net/fischa-acker-bleibt/
Unterzeichne die Petition gegen die Ost„umfahrung“:

