Newsletter Juni 2026

­ Liebe Aktive und Interessierte!

Wir haben uns sehr über Austausch mit euch am Klimacamp gefreut, dazu findet ihr hier auch noch ein kleinen Nachtrag. Außerdem eine Auswahl toller Aktionen in Österreich und weltweit in letzter Zeit. Und kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns dann auch noch eine dringende Bitte um Unterstützung aus Linz. Viel Spaß beim Lesen! ­ ­ ­ ­ ­
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­ ­ ­ ­ ­ ­ Der Tag der lokalen Kämpfe am Klimacamp im Mai – unsere Workshops

UVP

Wie navigieren im Komplex Umweltverträglichkeitsprüfung? Bei diesem Workshop haben wir die Gesetzestexte aufgeschlüsselt und die einzelnen Schritte und Fristen etwas klarer werden lassen. Die wichtigsten Infos zur UVP findet ihr hier im Flyer.

Das richtige Timing: welche Aktionsform passt gerade zu uns?
Welche Protestform ist für unsere jeweilige Situation in unserem Kampf am besten geeignet? Im Austausch miteinander kommen wir auf viele kreative Protestformen und Ideen, wie wir aktiv werden können. Mit diesem Pool an Ideen oder schon einer konkreten Aktionsidee im Kopf kann man dann den Aktions-Leitfaden heranziehen. Darin findet ihr Fragen, mithilfe derer sich die Ideen bewerten und konkretisieren lassen. Was gilt es bei der Planung der nächsten Schritte zu bedenken? An welche Zielgruppe richten wir uns und wie vermitteln wir unsere Botschaft? Ladet euch hier den Leitfaden gerne herunter und nutzt ihn bei eurem nächsten Treffen. Wir freuen uns über Feedback oder Fragen zum Leitfaden an info@systemchange-not-climatechange.at. Und falls ihr noch Hilfe braucht, fragt uns gerne für einen Skillshare zu dem Thema an.

Was lernen wir vom Erfolg gegen die 3. Piste?
Ende letzten Jahres – also aufs Jahr genau 30 Jahre nach der ersten Ankündigung, den Wiener Flughafen auszubauen – verkündete der Flughafen selbst die Absage der 3. Piste. Für Anwohner*innen, Bürger*innen-Initiativen und Klimabewegung, die sich viele Jahre gegen den Ausbau eingesetzt hatten, gilt die Absage als Riesenerfolg. Der Einsatz gegen die 3. Piste selbst gilt als Paradebeispiel für die Ignoranz der Klimakrise in Österreich: bereits 2017 urteilte das Bundesverwaltungsgericht gegen den Flughafen aufgrund internationaler Verpflichtungen zum Klimaschutz. In weiterer Folge drängten jedoch die Länder NÖ, Wien und die sie regierenden Parteien so sehr auf den Flughafen, dass letztlich der Bau in Aussicht stand – bis Corona und die Wachsamkeit lokaler Initiativen den Bau verzögerten, was zuletzt zum Stopp beitrug.  

Am Klimacamp erzählten Gegner*innen der 3. Piste von ihren Erfahrungen und Learnings. Zentral zum Erfolg gegen die 3. Piste waren ein sehr breites und engagiertes lokales Netzwerk mit langjährigen Schlüsselpersonen, die sich viele Kentnisse im Laufe der Zeit selbst angeeignet haben und stetig als Netzwerk gewachsen sind. In ihrer Kritik fokussierten sich die Initiativen auf die Themen Landwirtschaft & Gesundheit, zwei Themen, mit denen alle Anwohner*innen direkt was anfangen konnten. Im Laufe der Jahre war für die Beteiligten überraschend, dass – bis heute – unklar ist, wem der Großteil des Flughafens gehört – und wer damit vom Ausbau profitieren würde. Die Absage der 3. Piste ist ein großer Erfolg, doch der Flughafen plant weitere Ausbauten und besonders das Thema Nachtflugverkehr bleibt für Anwohner*innen drängend. Auch weitere Infrastrukturprojekte wie die Lobau-Autobahn, der Ausbau von Wasserstoff-Werken (für „nachhaltige“ Treibstoffe), der Betrieb am Flughafen Linz und vieles mehr hängen mit dem Großprojekt Wiener Flughafen zusammen und bieten Anlass für weiteren Protest. 

Zu den Initiativen selbst: 
Aviation Reset & SOS Ostregion
Internationales Netzwerk lokaler Initiativen gegen Flugverkehr: Stay Grounded ­ ­ ­ ­ ­
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­ ­ ­ ­ ­ Die STRABAG und Betonindustrie als unser gemeinsamer Feind gegen sinnlose Infrastruktur-Projekte und Bodenversiegelung

Am Freitag, 12.6., störten Aktivist*innen und Betroffene von Strabag-Projekten die Hauptversammlung des Konzerns (zum Video). Dort ging es um die Rekordprofite von 2025 und die weitere Ausrichtung. Mit Redebeiträgen wollten die anwesenden Kritiker*innen klar machen, dass die Strabag von Rohstoffgier, Klimaschäden, Missachtung von Arbeitsrechten und Militarisierung profitiert. Aktuell baut sie in Österreich und darüber hinaus die umstrittensten Infrastrukturprojekte: die Stadtautobahn bei Wien, die Ost“umfahrung“ bei Wiener Neustadt, die A26 in Linz und die A49 im Dannenröder Forst in Deutschland. 

In zahlreichen Bürger*inneninitiativen, Umwelt- und Klimaschutzprojekten engagieren sich Menschen für den Erhalt von Böden, Biodiversität, Naturschutzgebieten und Naherholungsgebieten. Auch wenn die Strabag selbst nie die Entscheidung für ein Projekt trifft, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie am Bau beteiligt ist. Und sehr oft heißt jetzt eine Straße zu bauen, jahrzehntelang auch von der Instandhaltung zu profitieren – während Menschen von steigenden Lebensmittelpreisen, verschmutzter Luft, Lärm und Klimaschäden betroffen sind. Die Strabag wird sich nicht freiwillig ändern – Konzerne wie sie müssen von und mit uns demokratisiert werden!  ­ ­ ­ ­ ­
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­Aktionsform des Monats: Menschenkette zur Verbildlichung der immensen Dimensionen eines Staudamms

Am Donnerstag bildeten Hunderte Personen in Innsbruck eine 660 Meter lange Menschenkette – und machten damit deutlich, wie absurd riesig der Staudamm im Platzertal sein würde. Die Initiative „Rettet das Platzertal“, unterstützt von den Bürgerinitiativen „Einzigartiges Platzertal“ und „Lebenswertes Kaunertal“ sowie weiteren Organisationen, hatte dazu aufgerufen.  ­ ­ ­ ­ ­
Foto: Initiative RETTET DAS PLATZERTAL
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­ ­ ­ ­ ­ Hands off Vjosa-Narta!

Bulldozer rollen im albanischen Vjosa Delta, einem der ökologisch bedeutendste Küstenlebensräume in Europa – und das ohne Genehmigung.

Tausende gehen nun in Tirana gegen die Regierung auf die Straße oder stellen sich vor Ort dem Bau des Luxusresorts von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner entgegen. Die Insel Sazan und das Feuchtgebiet Vjosa-Narta sind Lebensraum für Flamingos, Robben und nistende Meeresschildkröten. Die naturzerstörerischen Arbeiten erfolgen ohne transparente Genehmigungsverfahren, Umweltverträglichkeitsprüfungen oder öffentliche Beteiligung. Dies stellt einen gravierenden Verstoß gegen nationale Naturschutzauflagen dar.  ­ ­ ­ Der Brenner steht still & alle regen sich auf

Seit Wochen herrschte Aufregung, dass an einem Samstag die Brennerautobahn für eine Demo gesperrt sein sollte. Der Widerspruch wird hier schon deutlich: während die einen entweder Güter durch Europa schicken oder in den Urlaub wollen, leiden die anderen unter massivem Verkehr, Umweltbelästigung und gesundheitlichen Problemen. Im Wipptal in Tirol werden viele Probleme auf einmal sichtbar: 13,6 Millionen Fahrzeuge pro Jahr fahren über den Brenner, davon 2,4 Millionen Lkw – Zahl steigend – und für diese enorme Belastung war die Infrastruktur nie ausgelegt. Für viele ist der Brenner nicht der kürzeste aber der billigste Weg. Der hohen Frequenz an LKW Fahrten liegt Profitlogik zugrunde: was wo wie wann produziert wird, hängt nicht primär davon ab, wann Menschen wo was brauchen – sondern wie es am billigsten produziert und transportiert werden kann. 

Regionen denen, die dort wohnen: Egal ob im Wipptal, im Raabtal, im Drautal, in Linz oder in der Lobau: wir wollen keine sacrifice zones. Wir kämpfen für ein Wirtschafts- und Mobilitätssystem, das sich an den Bedürfnissen von lokalen Gemeinschaften statt transnationalen Lieferketten oder Overtourism orientiert. ­ ­ ­ ­ ­
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­ ­ ­ ­ ­ ­ Damm-Projekt in Indien durch lokalen Protest vorerst gestoppt!
Good news! In der Bundelkhand Region in Indien wurde das Ken-Betwa Link Project (KBLP) vorerst gestoppt. Indigene Gemeinschaften und Umwelt-Aktivist:innen hatten sich mit entschlossenen Protesten dem Mega-Projekt zur Wehr gesetzt, welches zwei Flüsse mit 220 Kilometern Tunneln und Kanälen verbinden sollte und dabei eine Fläche mit rund 4,5 Millionen Bäume überfluten würde. Mehr als 6700 Familien wären durch die Umsiedlung von 22 Dörfern betroffen. ­ ­ ­ ­ ­
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­ ­ ­ ­ ­ ­ Empfehlungen & Anstehendes:

Dringend Unterstützung gesucht:
Freitag 19.6. 15-18 Uhr und Samstag 20.6. 9-12 Uhr selbstorganiserte Volksbefragung in Linz für die Rettung des Grüngürtels
Plakate und Flyer verteilen – vor Ort mithelfen – selbst unterschreiben!

Podcast von „Esslinger für die Lobau“ auf YouTube

Samstag, 20.6.2026 von 20 – 22 Uhr: Protestdisco auf 4 Gürtelspuren
Äußerer Lerchenfeldergürtel zw. Neulerchenfelder- und Thaliastraße (Wien)