Ja zum Grüngürtel in Linz – und nein zur A26In den letzten Monaten organisierten wir eine dauerhafte Versammlung als Protestcamp direkt an dem Ort, wo die A26 in Linz gebaut werden soll. Die Phase war intensiv, es wurden Vorträge abgehalten und Demonstrationen und Aktivitäten geplant – während viele Menschen und Medien sich für unser Anliegen interessierten.
Nach einer kurzen Phase der Erholung zeigt sich jetzt: Aus dem riesigen Interesse bleiben einige Kontakte, die gewisse Funktionen übernehmen, aber der enge Kreis der Initiative bleibt gleich. Das parallel schon länger mitlaufende Projekt Volksbefragung wird bald juristisch spannend verhandelt, davon hängt einiges ab. Zusammenhalt schaffen mehrere weiterlaufende monatliche Treffen. Das A26-Projekt soll ab Juli weitergebaut werden, was uns alle antreibt, genauso wie unser Gestaltungswille. Ob wir dann nochmal so viele Menschen gegen die A26 zusammenbringen können, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Anwohner*innen sind jetzt nach den Rodungen frustriert, Zusammenarbeit mit Klimaorganisationen kann noch verbessert werden – und insgesamt ist die Politikverdrossenheit auch angesichts der aktuellen Weltlage und enttäuschender Landes- und Bundespolitik groß. Da sind wir froh, nur auf Gemeindeebene zu wirken.
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| | | | | | | | | | LobauBleibt: Lobau statt Sozialabbau
Auch der Protest gegen die Lobau-Autobahn in Wien geht weiter!
Am Samstagmorgen, den 7. März, besuchten wir die Verantwortlichen dieses Megaprojekts: die SPÖ. Denn Bundesverkehrsminister Peter Hanke und Bürgermeister Michael Ludwig stehen persönlich hinter dieser Betonpolitik. Mit einer bunten Kundgebung voller Musik und Gesang und einem spektakulären Banner am Dach des Tagungsgebäudes machten soziale Initiativen, feministische und Jugendgruppen, sowie Umweltorganisationen auf die soziale Ungerechtigkeit aufmerksam: 2,7 Milliarden Euro Steuergelder für eine Straße, aber keine Gelder für die Ordensspitäler und Kulturvereine?! Wir sagen: Lobau statt Sozialabbau! Der Bau der Straße, welcher 340 Hektar an Böden versiegeln würde, soll schon in diesem Frühjahr beginnen – dabei liegt der Tunnel noch ungenehmigt vorm Europäischen Gerichtshof. So werden Fakten geschaffen. Künstlerisch wehrt sich die Bürger*inneninitiative „Esslinger für die Lobau“ mit einer Hymne für das Naturjuwel Lobau inklusive Musikvideo. | | | | | | | | | | | |
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| | | | | | | | | | “Endlich nicht mehr alleine sein” – das Gefühl zur Klima-Strategiekonferenz
Auf der Klima-Strategiekonferenz Ende Feber verbrachten ca. 100 Menschen ein Wochenende miteinander – und wir strategisierten über Organisierung gegen fossile Projekte, Bodenversiegelung und für lebenswerte Lebensräume! Dabei kam es zu vielen Aha-Momenten: ein Strudelfest kann ein Gutachten finanzieren, wir sind für freie Seezugänge, möglichst früh mit Exkursionen zu möglichen Baustellen zu beginnen macht Sinn, Bierdeckel mit unseren Botschaften in Restaurants auslegen ist erstaunlich schwer, zwei Menschen sollten die Website bedienen können, ein Presseverteiler mit lokalen und nationalen Kontakten macht Sinn und wofür das Informationsfreiheitsgesetz was bringt. Wir haben einen gemeinsamen Kalender für das Jahr erarbeitet, eine Kontaktbörse mit Ideen für Pressearbeit und juristischen Unterstützungsangeboten erstellt und uns vor allem gegenseitig besser kennengelernt. Wir werden vor allem über diesen Newsletter weiter im Austausch bleiben, am Klimacamp bei Wien wird es die nächste Gelegenheit für persönliche Treffen geben und wir werden in Bälde auch nützliche Informationen und hilfreiche Tipps auf der Website von System Change not Climate Change zur Verfügung stellen. | | | | | | | | | | | |
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| | | | | | | | | | Lesetipp: Wann und wie fangen wir eigentlich an mit dem „richtigen“ Protest?
Sicher waren viele von euch schon einmal an einem Punkt, an dem ihr euch diese Frage gestellt habt. Und auch bei der Klimastrategiekonferenz ist sie uns untergekommen. Schließlich werden viele Bürger*inneninitiativen nicht von langjährigen Aktivismuserfahrenen gegründet, sondern wie der Name schon sagt – von Bürger*innen aus der Not persönlicher Betroffenheit heraus. Die Enttäuschung vorweggenommen: es gibt darauf keine endgültige „richtige“ Antwort! Was es aber gibt: langjährige Erfahrungen, von denen wir lernen und profitieren können. Dafür möchten wir euch das Buch „Provoziert! Die Bedeutung provokanter Aktionen für den politischen Protest“ des erfahrenen Umweltaktivisten Jörg Bergstedt ans Herz legen. Das Buch liefert Argumente und stellt Fragen, die euch vielleicht helfen können, die Frage nach den richtigen Protestformen für euch zu klären. Es beleuchtet die Rolle kreativer, provokanter Protestformen anhand etlicher Fallbeispiele von lokaler Verkehrswende bis hin zur erfolgreichen Anti Gentechnik Bewegung und bleibt dabei kurzweilig und nah an der Praxis. Bergstedt zeigt, wie Erfolge erzielt werden können, wenn verschiedene Formen des Protests – von Straßenfesten über Informationsveranstaltungen bis zu Feldbesetzungen – Hand in Hand gehen. Wir laden euch ein, euch inspirieren zu lassen!
Das Buch ist online und im Buchhandel erhältlich. | | | | | | | | | | | |
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| | | | | | | | | | Aktivität des Monats: Ein Marterl als Mahnmal gegen die Zerstörung unserer Lebensgrundlage
Eine etwas ungewöhnlich anmutende Protestform ist das im Oktober 2025 feierlich eingeweihte Marterl an der Trasse des Betonrings um Wiener Neustadt. Das Mahnmal will an die bäuerlichen Vorfahren seines Stifters erinnern, die über Generationen von den fruchtbarsten Böden der Region lebten. Es wendet sich gegen die „sinnlose Zerstörung von wertvollem Ackerboden im Rahmen der Ostumfahrung“ und kritisiert „ein System, das auf Konsumismus und Ausbeutung basiert und zu ökologischer und sozialer Ungleichheit führt“, so die Inschrift. Errichtet auf dem Acker des Bauern Josef Worm erinnert es an die Menschen und ihren Protest, die sich dem fossilen Projekt entgegenstellten und hält die Erinnerung daran wach, indem es ihr einen physischen Ort gibt. Es ist ein Beitrag dafür, dass der lebhafte, bunte Protest nicht vergessen wird und als „Gefährliche Erinnerung“ Mut für viele weitere Momente widerständiger Organisierung macht. Für viele weitere Generationen. Ein Video von der Segnung findet ihr hier! | | | | | | | | | | | |
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| | | | | | | | | | Allgemeines & Anstehendes:
16.3.: Filmabend und Gespräch zu “grünem” Wasserstoff von Südafrika nach Österreich. Mit Mitgliedern der Initiative Lebensraum Pannonia aus Zurndorf/Burgenland. Wuk/Wien. Mehr Infos hier. Wer den Film bei sich zuhause auf der Couch anschauen mag, findet ihn auf youtube.
17.04.: Tag des Kleinbäuerlichen Widerstandes nach Linz. 11:30, vor dem Landhaus in Linz, Landhausplatz 1. Mit Kuhglockenläuten, Siebdruck, künstlerische Beiträge zum Tag des Kleinbäuerlichen Widerstandes. Gemeinsam mit der Österreichische Berg- und Kleinbäur*innen Vereinigung (ÖBV, La Via Campesina) und allen, die sich solidarisieren möchten. Im Anschluss gibt’s eine Demo gegen den A26 Bau.
17.05.-23.05.: Klimacamp bei Wien. Mit vielen spannenden Workshops zum Widerstand gegen fossile (Groß)projekte wie der Lobau-Autobahn, der 3. Piste am Wiener Flughafen und vielem mehr. Zur Website.
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